BREXIT  |  Anpassung der Trade Compliance

 

BREXIT

(Verbindliche Beratungen erfolgen aufgrund ausstehender, rechtlicher Grundlagen ab März 2019)

***Update*** Das britische Parlament hat am 15.01.2019 mit großer Mehrheit das zwischen der britischen Regierung und der EU ausgehandelte Abkommen abgelehnt, das die Fragen rund um den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU regeln sollte. Zwar wird derzeit diskutiert, ob es einen Plan B gibt und wie dieser aussehen soll. Ebenso wird auch diskutiert, ob es eine Verlängerung bzw. Verschiebung des für den 29.03.2019 vorgesehenen Austritts oder gar ein zweites Referendum geben soll. Derzeit muss aber davon ausgegangen werden, dass das Vereinigte Königreich am 29.03.2019 die EU verlässt, ohne dass es eine vertragliche Regelung der dadurch entstehenden Fragen gibt.


Mit Wirkung zum 29.03.2019 tritt das Vereinigte Königreich (VK) vorraussichtlich aus der EU aus (BREXIT).

Sofern das britische Parlament dem beiderseitigen Vereinbarungen des Austrittsvertrags zustimmt,  treten danach folgende Änderungen im Warenverkehr der EU mit dem VK während einer Übergangszeit bis zum 31.12.2020 ein:

  1. Im-Exporte von/nach EU/VK können im Rahmen der Zollunion weiterhin ohne Zollabfertigungen (Import-/Exportzollabwicklungen) durchgeführt werden.
  2. Warengeschäfte (Käufe/Verkäufe) werden im Rahmen der Selbstveranlagung in dem jeweiligen Empfangsland umsatzsteuerpflichtig.
  3. Exportkontrollen beschränken sich auf die im Rahmen der EU-internen Verbringungsvorschriften vorgeschrieben Maßnahmen (Rüstungsgüter, Dual Use-Güter.
  4. Präferenzursprünge behalten den Status und können international abgabenmindernd eingesetzt werden.

 

Sofern das britische Parlament dem Austrittsvertrag nicht zustimmt und kein „Exit from BREXIT“ beschlossen wird, träten ab dem 01.04.2019 alle obigen Vergünstigungen im Warenverkehr außer Kraft Das VK bzw.. die EU würden als Drittländer Zollkontrollen, Zollabfertigungen sowie Erhebungen der Standardzölle/-abgaben und der jeweiligen EUSt (Einfuhrumsatzsteuer) durchführen/erheben. Desgleichen würden Exportkontrollen erforderlich werden und der Verlust von Warenpräferenzursprüngen die Folge sein.

Der Umfang der zu berücksichtigenden Prozessanpassungen steht in Abhängigkeit der individuellen Handelsverflechtungen und operativen Abläufe im Warenverkehr/ Handel mit UK.

 



Wir geben Ihnen Handlungsempfehlungen für die Auswirkungen des BREXITs:

  • Erläuterungen und damit verbundene Änderungen durch die beiden Brexit-Phasen (vermutlich):
    • Übergangsphase (01.04.2019 – 31.12.2020)
    • UK als eigenständiger Handelspartner (ab 2021)
  • Erfordernis zur Erfüllung von Zollförmlichkeiten (im- und Exportzollabwicklungen) –bereits schon beginnend ab dem 01.04.2019- und die damit verbundene Einrichtung von personellen, administrativen, logistischen und technischen Voraussetzungen.
  • Erweiterung des internen Kontrollsystems auf den Handel mit UK im Rahmen von Verboten und Beschränkungen und der Durchführung der warenspezifischen Klassifizierung mit ggfs. erforderlicher Beantragung von Einfuhr-/ Ausfuhrgenehmigungen.
  • Einkaufs-, Produktions- und Absatzprozesse müssen grundlegend überarbeitet werden da bereits während der Übergangsphase trotz Zollunion Zollabfertigungen obligatorisch werden.
  • Liefer- und Produktionsabläufe werden Auswirkungen auf die Ursprungsermittlung haben. Ihre Lieferkette sollte kritisch überprüft werden, denn zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht absehbar ob alle 71 Drittländer, mit denen die EU Präferenz-/ Freihandelsabkommen geschlossen hat, zustimmen, UK bereits während der Übergangsphase noch als „Pseudo-EU-Mitglied“ anzuerkennen.
  • Reihen-/ Dreiecksgeschäfte erfordern eine komplette Neuüberprüfung hinsichtlich ihrer zoll-, außenwirtschafts- und steuerrechtlichen Abwicklung
  • Lagerstätten und Lohnfertigungsprozesse in UK sind ebenfalls auf entsprechende Anpassungen und Auswirkungen zu prüfen

 



Die Auswirkungen des BREXIT erfordern eine Ist-/ Soll-Analyse im Unternehmen, um zukünftig

  • Erhöhte Zeitfaktoren bei logistischen Prozessen als auch bei der Zollabwicklung und Exportkontrolle einzuplanen
  • Mehrkostenentwicklung im Rahmen von Einfuhrabgaben und Sicherheitsleistungen für mögliche oder für entstandene Zollschulden, Lagerkosten oder Dienstleisterkosten einzuplanen sowie
  • Risiken aus ursprungs- und steuerrechtlicher Sicht zu evaluieren und
  • Weitere Marktzugangsvoraussetzungen wie beispielsweise Qualitätssicherung, technische Handelshemmnisse etc. auszuwerten