BREXIT  |  Anpassung der Trade Compliance zum 01.04.2019

(Verbindliche Beratungen erfolgen aufgrund ausstehender, rechtlicher Grundlagen ab November 2018)

 

BREXITNur mit knapper Mehrheit entschied das Referendum über den Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union und das seitens der Wirtschaft erhoffte Umdenken –der Exit vom Brexit– blieb Wunschdenken.

Der definitive UK-Austritt aus der EU erfolgt daher am 30. März 2019, gefolgt von einer 21-monatigen Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2020, die aus handelspolitischer Sicht vermutlich aufgrund beidseitiger Bestrebungen eine „temporäre Zollunion“ bis Ende 2020 einräumt.

Ab Ende Oktober dieses Jahres steht der offizielle „Fahrplan“ zum Brexit; Unternehmen sollten jetzt die Vorbereitungen in Bezug auf die Unternehmensprozesse für die Übergangsphase (=Zollunion) und für die Zeit danach treffen, da UK vermutlich bereits ab dem 30.03.2019 den Status eines Drittlands mit allen erforderlichen zoll- und außenwirtschaftsrechtlichen Konsequenzen erhält.

Der Umfang der zu berücksichtigenden Prozessanpassungen steht in Abhängigkeit der individuellen Handelsverflechtungen und operativen Abläufe im Warenverkehr/ Handel mit UK.

 



Wir geben Ihnen Handlungsempfehlungen für die Auswirkungen des BREXITs:

  • Erläuterungen und damit verbundene Änderungen durch die beiden Brexit-Phasen (vermutlich):
    • Übergangsphase (01.04.2019 – 31.12.2020)
    • UK als eigenständiger Handelspartner (ab 2021)
  • Erfordernis zur Erfüllung von Zollförmlichkeiten (im- und Exportzollabwicklungen) –bereits schon beginnend ab dem 01.04.2019- und die damit verbundene Einrichtung von personellen, administrativen, logistischen und technischen Voraussetzungen.
  • Erweiterung des internen Kontrollsystems auf den Handel mit UK im Rahmen von Verboten und Beschränkungen und der Durchführung der warenspezifischen Klassifizierung mit ggfs. erforderlicher Beantragung von Einfuhr-/ Ausfuhrgenehmigungen.
  • Einkaufs-, Produktions- und Absatzprozesse müssen grundlegend überarbeitet werden da bereits während der Übergangsphase trotz Zollunion Zollabfertigungen obligatorisch werden.
  • Liefer- und Produktionsabläufe werden Auswirkungen auf die Ursprungsermittlung haben. Ihre Lieferkette sollte kritisch überprüft werden, denn zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht absehbar ob alle 71 Drittländer, mit denen die EU Präferenz-/ Freihandelsabkommen geschlossen hat, zustimmen, UK bereits während der Übergangsphase noch als „Pseudo-EU-Mitglied“ anzuerkennen.
  • Reihen-/ Dreiecksgeschäfte erfordern eine komplette Neuüberprüfung hinsichtlich ihrer zoll-, außenwirtschafts- und steuerrechtlichen Abwicklung
  • Lagerstätten und Lohnfertigungsprozesse in UK sind ebenfalls auf entsprechende Anpassungen und Auswirkungen zu prüfen

 



Die Auswirkungen des BREXIT erfordern eine Ist-/ Soll-Analyse im Unternehmen, um zukünftig

  • Erhöhte Zeitfaktoren bei logistischen Prozessen als auch bei der Zollabwicklung und Exportkontrolle einzuplanen
  • Mehrkostenentwicklung im Rahmen von Einfuhrabgaben und Sicherheitsleistungen für mögliche oder für entstandene Zollschulden, Lagerkosten oder Dienstleisterkosten einzuplanen sowie
  • Risiken aus ursprungs- und steuerrechtlicher Sicht zu evaluieren und
  • Weitere Marktzugangsvoraussetzungen wie beispielsweise Qualitätssicherung, technische Handelshemmnisse etc. auszuwerten